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🌿 Kräuter & Wildpflanzen

Wegwarte, Große Klette & Nelkenwurz – Wurzelkräuter am Wegesrand

2 Min. Lesezeit · Saison: Sommer, Herbst · 23. August 2026

Wegwarte, Große Klette & Nelkenwurz – Wurzelkräuter am Wegesrand

Drei Wildpflanzen, die an Wegrändern, Wiesen und Ödland kaum auffallen – und deren eigentlicher Schatz meist unter der Erde steckt.

Wegwarte / Wilde Zichorie (Cichorium intybus)

  • Erkennen: Kniehohe Staude mit sparrigen, fast blattlosen Stängeln und leuchtend himmelblauen Blüten, die sich mittags oft schon wieder schließen
  • Saison: Blüte Juli bis September, Wurzel am kräftigsten im Herbst
  • Verwenden: Die geröstete, gemahlene Wurzel ergibt den klassischen „Zichorienkaffee" – koffeinfrei, malzig-bitter, seit Kriegszeiten als Kaffee-Streckmittel bekannt. Junge Blätter schmecken bitter-herb im Salat
  • Wissenswert: Die Kulturform mit den dicken Wurzeln ist die Zuchtrübe für Chicorée – die Wildform hat dünne, holzige Wurzeln

Große Klette (Arctium lappa)

  • Erkennen: Im ersten Jahr eine Blattrosette mit riesigen, herzförmigen, unterseits filzig-weißen Blättern; erst im zweiten Jahr schiebt sie einen Blütenstiel mit den bekannten Kletten (den kleinen Klettverschluss-Vorbildern)
  • Saison: Wurzel graben im Herbst des ersten Jahres – danach wird sie holzig
  • Verwenden: Die Pfahlwurzel schmeckt roh nussig-erdig, ähnlich Schwarzwurzel, und lässt sich wie Pastinake braten, dünsten oder einlegen. In der japanischen Küche als „Gobo" ein Klassiker
  • Achtung Verwechslung: Junge Blätter ähneln der giftigen Gewöhnlichen Pestwurz – vor der Blüte nur sammeln, wenn mehrere Merkmale zusammenpassen; im Zweifel stehen lassen

Nelkenwurz (Geum urbanum)

  • Erkennen: Unscheinbare, kleine gelbe Blüten auf verzweigten Stängeln, gezähnte Blätter; das Bestimmungsmerkmal steckt in der Wurzel – angeschnitten oder getrocknet duftet sie deutlich nach Gewürznelken
  • Saison: Wurzel am aromatischsten im zeitigen Frühjahr und Herbst
  • Verwenden: Getrocknete, geraspelte Wurzel als Nelken-Ersatz in Glühwein, Kompott oder zum Aromatisieren von Bier (traditionell in der Klosterbrauerei). Volksheilkundlich wurde ein Aufguss der Wurzel bei Zahnschmerzen und Zahnfleischentzündungen gegurgelt. Auf den heiligen Benedikt bzw. die Segnung der Pflanze geht einer der alten Namen zurück: „Benediktenkraut"

Sammel-Grundregeln

  • Wurzeln nur an Standorten graben, an denen reichlich Pflanzen stehen – nie den ganzen Bestand ausgraben
  • Abseits von Straßen und gespritzten Flächen sammeln, Wurzeln gründlich waschen
  • Bei der Großen Klette im ersten Jahr sammeln (erkennbar an der reinen Blattrosette ohne Blütenstiel) – danach ist die Wurzel zäh und bitter
Dieser Artikel stammt aus der Ernterei-App. Dem Tagebuch für alle, die selber machen: Garten, Ernte, Vorrat, Rezepte und über 140 Wissensartikel – kostenlos für iPhone und Android.