Start › Wissen › Kräuter & Wildpflanzen

🌿 Kräuter & Wildpflanzen

Wildkräuter im Frühjahr: Bärlauch, Brennnessel, Giersch

3 Min. Lesezeit · Saison: Frühling · 3. Juni 2026

Wildkräuter im Frühjahr: Bärlauch, Brennnessel, Giersch

Das Frühjahr ist die beste Zeit für Wildkräuter: Die Pflanzen sind jung, zart und besonders nährstoffreich – lange bevor der heimische Garten etwas hergibt.

Die wichtigsten Frühjahrs-Wildkräuter

Bärlauch (Allium ursinum) – wächst in feuchten Laubwäldern und riecht deutlich nach Knoblauch. Wichtig: Bärlauch hat giftige Doppelgänger, die nicht nach Knoblauch riechen – die Maiglöckchen-Blätter und vor allem die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale). Sie enthält Colchicin und ist laut Giftzentrale Bonn sehr giftig – Vergiftungen können zu Schock und Herz-Kreislauf-Versagen führen. Dazu kommt der Gefleckte Aronstab (Arum maculatum), dessen Blätter laut Giftzentrale Bonn spieß- bis pfeilförmig und häufig gefleckt sind – Bärlauch hat laut AGES parallel verlaufende Adern. Ein Merkmal des Bärlauchs: Jedes Blatt treibt laut AGES einzeln aus dem Boden, mit deutlichem, dünnem Blattstiel. Die Geruchsprobe allein reicht nicht, denn nach dem ersten Bärlauchblatt riechen die Finger weiter nach Knoblauch: jedes Blatt einzeln prüfen, mit sauberen Fingern, und immer mehrere Merkmale zusammen.

Brennnessel – reich an Eisen und Vitamin C. Junge Triebspitzen vor der Blüte ernten, dann als Gemüse, Suppe oder Pesto verwenden.

Giersch – hartnäckiges Gartenunkraut, aber hervorragendes Wildgemüse mit einem Aroma zwischen Karotte und Petersilie. Achtung: Er gehört zu den Doldenblütlern, unter denen auch Hundspetersilie und Gefleckter Schierling sind – beide giftig, beide wachsen an ähnlichen Stellen. Für Giersch spricht die Dreier-Regel: dreikantiger Blattstiel, dreiteiliges Blatt, drei Blättchen je Teil, dazu der würzige Duft beim Zerreiben. Passt eines davon nicht zusammen, lass die Pflanze stehen.

Worauf du beim Bestimmen achtest

  • Immer einzelne Blätter pflücken und mit sauberen Fingern verreiben – der Geruch allein reicht nie, mehrere Merkmale müssen zusammenpassen
  • Bei Unsicherheit: lieber stehen lassen
  • Aktuelles Bestimmungsbuch mit Fotos verwenden

Nachhaltig ernten

Nur an ungespritzten Standorten sammeln. Nie mehr als ein Drittel eines Bestands entnehmen, damit er sich regenerieren kann.

Sammeln: was das Naturschutzgesetz erlaubt

Wild wachsende Kräuter, Blüten und Früchte darf jeder an Stellen ohne Betretungsverbot in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf pfleglich entnehmen (§ 39 Abs. 3 BNatSchG). In Schutzgebieten gelten oft weitergehende Verbote, und für besonders geschützte Arten gelten eigene Regeln.

Quellen

  • Informationszentrale gegen Vergiftungen NRW / Giftzentrale Bonn: Herbstzeitlose, abgerufen am 05.10.2026
  • Informationszentrale gegen Vergiftungen NRW / Giftzentrale Bonn: Gefleckter Aronstab, abgerufen am 05.10.2026
  • Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES): Bärlauch, abgerufen am 05.10.2026
  • Bundesnaturschutzgesetz: § 39, abgerufen am 05.10.2026

Die Quellen belegen einzelne Angaben dieses Artikels. Die genannten Stellen haben den Artikel weder geprüft noch empfohlen.

Dieser Artikel stammt aus der Ernterei-App. Dem Tagebuch für alle, die selber machen: Garten, Ernte, Vorrat, Rezepte und über 140 Wissensartikel – kostenlos für iPhone und Android.