Rhabarber: der Frühlingsbote im Staudenbeet
Wenn sonst noch nichts wächst, schiebt Rhabarber schon seine Stangen aus dem Boden. Die pflegeleichte Staude liefert über Jahrzehnte – vorausgesetzt, man kennt ihre zwei Grundregeln: gut füttern und rechtzeitig aufhören zu ernten.
Pflanzen
- Zeitpunkt: Herbst oder zeitiges Frühjahr
- Standort: Sonnig bis halbschattig, nährstoffreich und feucht – Rhabarber ist ein Starkzehrer
- Platz einplanen: Eine ausgewachsene Staude braucht einen Quadratmeter
- Sorten: Rotstielige (z. B. Holsteiner Blut) sind milder und feiner als grüne
Pflege
- Füttern: Jedes Frühjahr eine dicke Schicht Kompost oder Mist – mehr Pflege braucht er kaum
- Gießen bei Trockenheit, sonst werden die Stangen dünn und zäh
- Blütenstände herausbrechen, sie kosten nur Kraft
- Alle 8–10 Jahre teilen, wenn die Stangen dünner werden – die Teilstücke sind neue Pflanzen
Ernte
- Von April bis zum 24. Juni („Johanni") – danach die Pflanze regenerieren lassen; außerdem steigt der Oxalsäuregehalt im Sommer
- Stangen drehen, nicht schneiden: Am Ansatz greifen und mit leichter Drehung herausziehen – Schnittstellen faulen leichter
- Nie alles nehmen: Immer mindestens ein Drittel der Stangen stehen lassen
- Im Pflanzjahr gar nicht ernten, ab dem zweiten Jahr sparsam
Verwerten
- Blätter nicht essen (viel Oxalsäure) – aber als Mulch oder im Kompost bestens aufgehoben
- Klassiker: Kompott, Kuchen, Sirup – die Säure verlangt nach etwas Zucker oder süßem Obst (Erdbeer-Rhabarber!)
- Eingekocht als Kompott oder Sirup hält die Frühlingsernte bis in den Winter; geschnittene Stücke lassen sich auch roh einfrieren