Met selbst brauen: Honigwein Schritt für Schritt
Met – das älteste Getränk der Welt
Met (auch Honigwein oder Mead) wird seit Jahrtausenden gebraut. Die Grundzutaten sind denkbar einfach: Honig, Wasser und Hefe. Die Qualität hängt fast vollständig von der Güte des Honigs ab.
Metsorten im Überblick
- Traditioneller Met: nur Honig, Wasser, Hefe – pur und klar.
- Fruchtmet (Melomel): mit Früchten wie Johannisbeeren, Himbeeren, Kirschen.
- Gewürzmet (Metheglin): mit Gewürzen wie Zimt, Ingwer, Vanille, Nelken.
- Cyder-Met (Cyser): Honig mit Apfelsaft statt Wasser.
Grundrezept Traditioneller Met (5 Liter)
Zutaten:
- 1,5 kg hochwertiger Honig (Blüten-, Linden- oder Waldhonig)
- 4 l Wasser (ungechlortes oder abgestandenes Leitungswasser)
- 1 Päckchen Weinhefe (z. B. Lalvin 71B oder EC-1118)
- 1 TL Hefenährsalz (Stickstoff für gute Gärung wichtig!)
- 1 Campden-Tablette
Anleitung
- Wasser erwärmen auf ca. 50 °C (nicht kochen – Honig-Aromastoffe sind flüchtig!).
- Honig einrühren bis vollständig aufgelöst. Auf Raumtemperatur abkühlen.
- Campden zugeben, 12 Stunden warten.
- Hefe anstellen und mit Nährsalz in den Ansatz geben.
- Hauptgärung: 1–2 Wochen bei 18–22 °C. Met schäumt wenig – das ist normal.
- Nachgärung: 4–8 Wochen im Glasballon mit Gärröhrchen.
- Mehrfach abziehen – Met braucht oft 2–3 Abhebevorgänge für Klarheit.
Nährstoffversorgung der Hefe
Honig enthält kaum Stickstoff – die Hefe hungert leicht. Lösung:
- Staggered Nutrient Addition (SNA): Hefenährsalz in mehreren kleinen Portionen über die ersten 4 Tage zugeben.
- Das verbessert Gärverlauf und Geschmack erheblich.
Reife & Lagerung
Met ist ein Wein, der Geduld belohnt. Frisch ist er oft rau und hefig. Nach 6 Monaten beginnt er aufzublühen, nach einem Jahr ist er in der Regel ausgezeichnet.
Kühl und dunkel lagern – Met hält sich bei guter Herstellung viele Jahre.