Start › Wissen › Weinmachen

🍷 Weinmachen

Sauerkirschwein: intensiv, charaktervoll & tiefdunkelrot

2 Min. Lesezeit · Saison: Sommer · 9. Juni 2026

Sauerkirschwein: intensiv, charaktervoll & tiefdunkelrot

Sauerkirschwein – ein Juwel unter den Fruchtweinen

Morellen und andere Sauerkirschsorten sind für ihre Säure berühmt – genau das macht sie zum perfekten Ausgangsmaterial für einen charaktervollen Fruchtwein. Der fertige Wein hat eine tiefdunkle Rubinfarbe und ein Aroma, das an Kirschlikör erinnert.

Zutaten für 5 Liter

  • 2,5 kg Sauerkirschen (entsteint)
  • 1,0–1,2 kg Zucker (je nach gewünschter Süße)
  • 3,5 l Wasser
  • 1 Päckchen Rotweinhefe oder Burgunderhefe
  • 1 TL Hefenährsalz
  • 1 Campden-Tablette
  • Saft einer Zitrone

Vorbereitung

Kirschen waschen, entsteinen (wichtig: Kerne enthalten Blausäure-Verbindungen und sollten nicht mitgären). Kirschen leicht andrücken oder kurz mixen.

Tipp: Tiefgefrorene, bereits entsteinte Sauerkirschen geben dank des Gefrierens mehr Saft – laut BfR tötet Tiefkühlen Viren nicht ab; Tiefkühlbeeren deshalb vor der Verarbeitung gut durcherhitzen (Kerntemperatur über 90 °C).

Gärung

  1. Kirschen, Zuckerwasser (abgekühlt), Campden und Zitronensaft in den Gäreimer.
  2. 24 Stunden abgedeckt ruhen lassen.
  3. Hefe anstellen, mit Nährsalz zugeben.
  4. Hauptgärung: 6–8 Tage bei 20–22 °C, täglich umrühren.
  5. Abziehen: Fruchtfleisch durch Sieb drücken, Saft in Glasballon umfüllen.
  6. Nachgärung: 6–8 Wochen bis zur Klärung.

Ausbau & Reife

Sauerkirschwein profitiert enorm von Lagerzeit. Frisch abgefüllt ist er noch rau und säurebetont – nach 6 Monaten hat er sich zu einem runden, harmonischen Wein entwickelt.

Süße nachsteuern: Erst nachsüßen, wenn die Gärung sicher beendet ist – mit Zucker oder Kirschsaft, dazu schwefeln (Campden). Restzucker kann sonst in der Flasche nachgären und die Flasche platzen lassen.

Servierempfehlung

Leicht gekühlt (14–16 °C) als Dessertwein oder Digestif. Passt hervorragend zu dunkler Schokolade und Wildgerichten.

Quellen

Die Quellen belegen einzelne Angaben dieses Artikels. Die genannten Stellen haben den Artikel weder geprüft noch empfohlen.

Dieser Artikel stammt aus der Ernterei-App. Dem Tagebuch für alle, die selber machen: Garten, Ernte, Vorrat, Rezepte und über 140 Wissensartikel – kostenlos für iPhone und Android.