Traubenwein selbst keltern: Von der Ernte bis zur Flasche
Traubenwein selbst keltern
Die Lese – der richtige Zeitpunkt
Trauben sind reif wenn der Zuckergehalt stimmt: 75–90 Oechsle für Weißwein, 85–100 Oechsle für Rotwein. Mit der Mostwaage messen. Geschmacksprobe: die Beeren müssen süß sein, die Kerne braun.
Trauben bei trockenem Wetter ernten, am besten morgens. Faule oder kranke Beeren sofort aussortieren.
Pressen
Weißwein: Trauben direkt pressen, Maische (Schalen + Kerne) wird entfernt. Helle, klare Farbe.
Rotwein: Trauben erst vergären (Maischegärung 5–10 Tage), dabei lösen sich Farbe und Tannine aus den Schalen. Dann pressen.
Rosé: Kurze Maischestandzeit von 12–24 Stunden, dann pressen wie Weißwein.
Schwefeln
Sofort nach dem Pressen 5–10 g Kaliumdisulfit (Campden) auf 100 Liter Most geben. Schützt vor Oxidation und unerwünschten Bakterien.
Gärung
- Reinzuchthefe zugeben (z. B. Lalvin EC-1118 oder 71B)
- Temperatur: 18–22 °C für Weißwein, 20–25 °C für Rotwein
- Gärröhrchen kontrollieren: aktive Gärung zeigt sich durch Blubbern (alle 1–5 Sek.)
- Dauer: 1–3 Wochen
Erster Abstich
Wenn das Gärröhrchen kaum noch blubbert und ein Bodensatz (Hefe-Depot) sichtbar ist: Wein vorsichtig über Schlauch umfüllen, Bodensatz zurücklassen.
Ausbau & Reife
Nach weiteren 4–8 Wochen zweiter Abstich. Weißwein trinkreif nach 3–6 Monaten, Rotwein besser nach 6–12 Monaten.
Faustregel: Je tanninreicher der Rotwein, desto länger sollte er reifen.