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Gurken einlegen: Cornichons, Essiggurken & Gewürzgurken

6 Min. Lesezeit · Saison: Sommer · 9. Juni 2026

Gurken einlegen: Cornichons, Essiggurken & Gewürzgurken

Gurken einlegen: Cornichons, Essiggurken & Gewürzgurken

Eingelegte Gurken sind ein Klassiker der Vorratshaltung – knackig, würzig, vielseitig. Ob als Beilage zum Butterbrot, im Salat oder zum Grillen: selbst eingelegte Gurken sind unschlagbar. Dieser Artikel zeigt dir die wichtigsten Methoden und Rezeptvarianten – von der schnellen Essiggurke bis zur traditionellen Milchsäuregurke.

Welche Gurke nehmen?

Nicht jede Gurke eignet sich zum Einlegen. Salatgurken sind zu wässrig und werden beim Einlegen matschig. Du brauchst:

Einlegegurken / Gewürzgurken

  • Kürzere, dickschaligere Sorten (z. B. 'Delikateß', 'National', 'Vorgebirgstrauben')
  • Feste, knackige Textur bleibt beim Einlegen erhalten
  • Ernte am besten bei 5–8 cm Länge (Cornichons) oder 8–12 cm (Essiggurken)

Frische ist entscheidend: Gurken am besten am Erntetag oder Tag danach einlegen. Je länger sie lagern, desto weicher werden sie.


Die drei klassischen Methoden

1. Essiggurkenlake (schnell & haltbar)

Die bekannteste Methode. Die Gurken werden in einem Essig-Wasser-Zucker-Salz-Sud eingelegt und eingekocht.

Grundrezept für ca. 4 Gläser à 500 ml:

Zutaten:

  • 1,5 kg Einlegegurken
  • 500 ml Weißweinessig (6 % Säure)
  • 500 ml Wasser
  • 2 EL Salz (Einmach- oder Speisesalz)
  • 3 EL Zucker
  • Pro Glas: 1 TL Senfkörner, 1–2 Dillstiele, 2–3 Pfefferkörner, 1 Knoblauchzehe, evtl. Lorbeerblatt

Zubereitung:

  1. Gurken gut waschen, Enden abschneiden (fördert Lake-Aufnahme)
  2. Gläser und Deckel in der Spülmaschine reinigen oder mindestens 5 Minuten in kochendes Wasser legen (BZfE)
  3. Gewürze und Dill in die Gläser geben
  4. Gurken eng einschichten
  5. Sud aufkochen: Essig, Wasser, Salz, Zucker erhitzen bis alles gelöst ist
  6. Heiße Lake über die Gurken gießen – mindestens 1 cm Abstand zum Rand
  7. Sofort verschließen
  8. Im kochenden Wasserbad einkochen (Zeit ab dem Sprudeln). Für eingelegte Gurken nennt das NCHFP (Quick Fresh-Pack Dill Pickles, Essig 5 %) bis 300 m Höhe: Gläser bis 0,47 l (US-Pint) 10 Minuten, bis 0,95 l (US-Quart) 15 Minuten – für die 500-ml-Gläser hier also 15 Minuten. Den Essiganteil des Rezepts nicht verringern.

Haltbarkeit: eingekocht laut BZfE drei bis zwölf Monate, kühl und dunkel gelagert


2. Milchsäuregurken (fermentiert, naturtrüb)

Die traditionelle Methode – keine Hitze, keine Säure, sondern Fermentation durch Milchsäurebakterien. Diese Gurken bleiben roh und lebendig und haben ein ganz anderes Aroma als Essiggurken.

Grundrezept:

Zutaten:

  • 1 kg Einlegegurken
  • 1 Liter Wasser
  • 30 g Salz (laut NCHFP eignet sich jodiertes wie nicht jodiertes Salz; Rieselhilfen können die Lake trüben)
  • Dill (Blütendolden ideal)
  • Meerrettichblatt (verhindert Weichwerden durch Tannine)
  • Knoblauch, Senfkörner, schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

  1. Salzlake: Salz im Wasser kalt auflösen (nicht kochen)
  2. Gurken waschen, Stielende (enthält Enzyme → Weichwerden) abschneiden
  3. Gläser/Gefäß mit Gewürzen und Kräutern auskleiden
  4. Gurken einschichten – Meerrettichblatt als Abschluss
  5. Kalte Salzlake auffüllen, alle Gurken müssen bedeckt sein
  6. Mit einem Gewicht beschweren (Gurken dürfen nicht aus der Lake steigen)
  7. Gären lassen: laut NCHFP bei 21–24 °C etwa 3–4 Wochen, bei 13–18 °C 5–6 Wochen; über 27 °C werden die Gurken zu weich. Mehrmals pro Woche nachsehen und Kahmhaut oder Schimmel an der Oberfläche sofort entfernen. Werden die Gurken weich, schleimig oder riechen unangenehm: wegwerfen (NCHFP)
  8. Kühl stellen (Kühlschrank oder Keller)

Zeichen guter Fermentation: Trübung der Lake, leichtes Prickeln, Bläschen – das ist gewollt!

Haltbarkeit: Im Kühlschrank 4–6 Wochen; nach dem Öffnen zügig verbrauchen


3. Schnell-Essiggurken (Quick Pickles, ohne Einkochen)

Wenn es schnell gehen soll: Quick Pickles sind innerhalb von 24 Stunden fertig und laut BZfE im Kühlschrank ein bis zwei Wochen haltbar. Nicht für Langzeitlagerung geeignet, aber ideal für kleine Mengen.

Zutaten für 1 Glas:

  • 500 g Einlegegurken (in Scheiben oder Sticks)
  • 200 ml Apfelessig
  • 200 ml Wasser
  • 1 TL Salz
  • 2 TL Zucker
  • Gewürze nach Wahl

Zubereitung:

  1. Lake kurz aufkochen, abkühlen lassen
  2. Gurken ins saubere Glas, Lake drüber
  3. Kühl stellen – nach 12–24 h fertig

Cornichons: Die kleinen Feinen

Cornichons sind eingelegte Miniaturgurkchen, die höchstens 5–6 cm lang geerntet werden. Sie brauchen eine besondere Gurkensorte ('Cornichon de Paris', 'Petit Vert de Paris').

Besonderheit bei der Zubereitung:

  • Frisch geerntet sofort einlegen
  • Mit Salz einreiben und 1–2 Stunden ziehen lassen, dann abspülen (Vorentwässerung für Knackigkeit)
  • Einlegefond klassisch französisch: Weißweinessig, Estragon, Perlzwiebeln, Pfefferkörner

Gewürzideen: Variationen ohne Ende

Das Grundrezept lässt sich nach Gusto variieren:

Variante Besondere Zutaten
Dill-Knoblauch Reichlich Dillblüten, 3–4 Knoblauchzehen, Senfkörner
Süß-sauer Zwiebeln, Zucker erhöhen, Lorbeer, Nelken
Scharf Chili, Ingwer, Meerrettich
Asiatisch Reisessig, Sesam, Ingwer, etwas Sojasauce
Kräutersud Estragon, Basilikum, Rosmarin

Häufige Fehler und wie du sie vermeidest

Gurken werden weich

  • Zu reife Gurken geerntet (zu groß)
  • Stielende nicht abgeschnitten (Enzyme)
  • Zu wenig Tannine → Meerrettichblatt, Weinblatt oder Eichenblatt miteinlegen

Lake ist trüb (bei Essiggurken)

  • Bei eingekochten Essiggurken kein gutes Zeichen: Trübung, Schimmel oder seltsamer Geruch = wegwerfen
  • Trübe Lake gehört zu Milchsäuregurken (s. o.); Rieselhilfen im Salz können sie ebenfalls trüben (NCHFP)

Gurken schmecken zu sauer

  • Essiganteil reduzieren oder Zuckeranteil erhöhen
  • Weißweinessig statt Branntweinessig = milder

Lagerung & Haltbarkeit

Eingekochte Essiggurken halten laut BZfE bei kühler, dunkler Lagerung drei bis zwölf Monate. Beim Öffnen: Lake sollte klar sein, typisch sauer riechen. Trübung, Schimmel oder seltsamer Geruch = im Zweifel wegwerfen.

Tipp: Immer das Einmachdatum auf das Glas schreiben. Und: geöffnete Gläser im Kühlschrank aufbewahren und laut BZfE möglichst innerhalb weniger Tage verbrauchen.


Fazit

Eingelegte Gurken sind ein perfektes Einsteigerprojekt fürs Einkochen: einfach, schnell und mit sofort sichtbarem Ergebnis. Eine Reihe selbstgemachter Gurkengläser im Keller ist nicht nur praktisch – es ist ein gutes Gefühl, das ganze Jahr auf den Geschmack des Sommers zurückgreifen zu können.

Quellen

Die Quellen belegen einzelne Angaben dieses Artikels. Die genannten Stellen haben den Artikel weder geprüft noch empfohlen.

Dieser Artikel stammt aus der Ernterei-App. Dem Tagebuch für alle, die selber machen: Garten, Ernte, Vorrat, Rezepte und über 140 Wissensartikel – kostenlos für iPhone und Android.