Gurken einlegen: Cornichons, Essiggurken & Gewürzgurken
Gurken einlegen: Cornichons, Essiggurken & Gewürzgurken
Eingelegte Gurken sind ein Klassiker der Vorratshaltung – knackig, würzig, vielseitig. Ob als Beilage zum Butterbrot, im Salat oder zum Grillen: selbst eingelegte Gurken sind unschlagbar. Dieser Artikel zeigt dir die wichtigsten Methoden und Rezeptvarianten – von der schnellen Essiggurke bis zur traditionellen Milchsäuregurke.
Welche Gurke nehmen?
Nicht jede Gurke eignet sich zum Einlegen. Salatgurken sind zu wässrig und werden beim Einlegen matschig. Du brauchst:
Einlegegurken / Gewürzgurken
- Kürzere, dickschaligere Sorten (z. B. 'Delikateß', 'National', 'Vorgebirgstrauben')
- Feste, knackige Textur bleibt beim Einlegen erhalten
- Ernte am besten bei 5–8 cm Länge (Cornichons) oder 8–12 cm (Essiggurken)
Frische ist entscheidend: Gurken am besten am Erntetag oder Tag danach einlegen. Je länger sie lagern, desto weicher werden sie.
Die drei klassischen Methoden
1. Essiggurkenlake (schnell & haltbar)
Die bekannteste Methode. Die Gurken werden in einem Essig-Wasser-Zucker-Salz-Sud eingelegt und eingekocht.
Grundrezept für ca. 4 Gläser à 500 ml:
Zutaten:
- 1,5 kg Einlegegurken
- 500 ml Weißweinessig (6 % Säure)
- 500 ml Wasser
- 2 EL Salz (kein Jodsalz!)
- 3 EL Zucker
- Pro Glas: 1 TL Senfkörner, 1–2 Dillstiele, 2–3 Pfefferkörner, 1 Knoblauchzehe, evtl. Lorbeerblatt
Zubereitung:
- Gurken gut waschen, Enden abschneiden (fördert Lake-Aufnahme)
- Gläser und Deckel sterilisieren (10 min auskochen oder im Backofen bei 120 °C)
- Gewürze und Dill in die Gläser geben
- Gurken eng einschichten
- Sud aufkochen: Essig, Wasser, Salz, Zucker erhitzen bis alles gelöst ist
- Heiße Lake über die Gurken gießen – mindestens 1 cm Abstand zum Rand
- Sofort verschließen
- Im Wasserbad einkochen: 10 min bei 90 °C für Sicherheit
Haltbarkeit: 12+ Monate im kühlen, dunklen Keller
2. Milchsäuregurken (fermentiert, naturtrüb)
Die traditionelle Methode – keine Hitze, keine Säure, sondern Fermentation durch Milchsäurebakterien. Diese Gurken bleiben roh und lebendig und haben ein ganz anderes Aroma als Essiggurken.
Grundrezept:
Zutaten:
- 1 kg Einlegegurken
- 1 Liter Wasser
- 30 g Salz (nicht jodiert! Jod hemmt Fermentation)
- Dill (Blütendolden ideal)
- Meerrettichblatt (verhindert Weichwerden durch Tannine)
- Knoblauch, Senfkörner, schwarzer Pfeffer
Zubereitung:
- Salzlake: Salz im Wasser kalt auflösen (nicht kochen)
- Gurken waschen, Stielende (enthält Enzyme → Weichwerden) abschneiden
- Gläser/Gefäß mit Gewürzen und Kräutern auskleiden
- Gurken einschichten – Meerrettichblatt als Abschluss
- Kalte Salzlake auffüllen, alle Gurken müssen bedeckt sein
- Mit einem Gewicht beschweren (Gurken dürfen nicht aus der Lake steigen)
- Bei Raumtemperatur (18–22 °C) 3–5 Tage fermentieren lassen
- Kühl stellen (Kühlschrank oder Keller)
Zeichen guter Fermentation: Trübung der Lake, leichtes Prickeln, Bläschen – das ist gewollt!
Haltbarkeit: Im Kühlschrank 4–6 Wochen; nach dem Öffnen zügig verbrauchen
3. Schnell-Essiggurken (Quick Pickles, ohne Einkochen)
Wenn es schnell gehen soll: Quick Pickles sind innerhalb von 24 Stunden fertig und im Kühlschrank 2–4 Wochen haltbar. Nicht für Langzeitlagerung geeignet, aber ideal für kleine Mengen.
Zutaten für 1 Glas:
- 500 g Einlegegurken (in Scheiben oder Sticks)
- 200 ml Apfelessig
- 200 ml Wasser
- 1 TL Salz
- 2 TL Zucker
- Gewürze nach Wahl
Zubereitung:
- Lake kurz aufkochen, abkühlen lassen
- Gurken ins saubere Glas, Lake drüber
- Kühl stellen – nach 12–24 h fertig
Cornichons: Die kleinen Feinen
Cornichons sind eingelegte Miniaturgurkchen, die höchstens 5–6 cm lang geerntet werden. Sie brauchen eine besondere Gurkensorte ('Cornichon de Paris', 'Petit Vert de Paris').
Besonderheit bei der Zubereitung:
- Frisch geerntet sofort einlegen
- Mit Salz einreiben und 1–2 Stunden ziehen lassen, dann abspülen (Vorentwässerung für Knackigkeit)
- Einlegefond klassisch französisch: Weißweinessig, Estragon, Perlzwiebeln, Pfefferkörner
Gewürzideen: Variationen ohne Ende
Das Grundrezept lässt sich nach Gusto variieren:
| Variante | Besondere Zutaten |
|---|---|
| Dill-Knoblauch | Reichlich Dillblüten, 3–4 Knoblauchzehen, Senfkörner |
| Süß-sauer | Zwiebeln, Zucker erhöhen, Lorbeer, Nelken |
| Scharf | Chili, Ingwer, Meerrettich |
| Asiatisch | Reisessig, Sesam, Ingwer, etwas Sojasauce |
| Kräutersud | Estragon, Basilikum, Rosmarin |
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
Gurken werden weich
- Zu reife Gurken geerntet (zu groß)
- Stielende nicht abgeschnitten (Enzyme)
- Zu wenig Tannine → Meerrettichblatt, Weinblatt oder Eichenblatt miteinlegen
Lake ist trüb (bei Essiggurken)
- Normales Phänomen durch freigesetzte Stärke
- Wenn Lake schimmelig riecht: wegwerfen!
Gurken schmecken zu sauer
- Essiganteil reduzieren oder Zuckeranteil erhöhen
- Weißweinessig statt Branntweinessig = milder
Lagerung & Haltbarkeit
Eingekochte Essiggurken halten bei kühler, dunkler Lagerung 1–2 Jahre. Beim Öffnen: Lake sollte klar sein, typisch sauer riechen. Trübung, Schimmel oder seltsamer Geruch = im Zweifel wegwerfen.
Tipp: Immer das Einmachdatum auf das Glas schreiben. Und: geöffnete Gläser im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von 4 Wochen verbrauchen.
Fazit
Eingelegte Gurken sind ein perfektes Einsteigerprojekt fürs Einkochen: einfach, schnell und mit sofort sichtbarem Ergebnis. Eine Reihe selbstgemachter Gurkengläser im Keller ist nicht nur praktisch – es ist ein gutes Gefühl, das ganze Jahr auf den Geschmack des Sommers zurückgreifen zu können.