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Johannisbeergelee & Saft: schwarze & rote Beeren haltbar machen

5 Min. Lesezeit · Saison: Sommer · 9. Juni 2026

Johannisbeergelee & Saft: schwarze & rote Beeren haltbar machen

Johannisbeergelee & Saft: schwarze & rote Beeren haltbar machen

Johannisbeeren sind randvoll mit Vitamin C und Pektin – und damit ideal fürs Einkochen. Rote Johannisbeeren liefern ein strahlend rubinrotes Gelee mit feiner Säure; schwarze Johannisbeeren stehen für intensives, fast würziges Aroma. Dieser Artikel zeigt dir die besten Methoden für Gelee, Saft und Sirup.

Ernte und Vorbereitung

Johannisbeeren werden vollreif geerntet – die Trauben sollten gleichmäßig gefärbt und leicht weich sein. Nicht zu früh: unreife Beeren haben weniger Zucker und mehr Säure.

Ernte: Ganze Trauben abschneiden und erst zu Hause von den Rispen streifen. Eine Gabel eignet sich hervorragend: Trauben halten und Stiele mit einem Zug über die Gabelzinken abstreifen.

Waschen: Kurz in kaltem Wasser schwenken, nicht lange einweichen.

Einfrieren möglich: Johannisbeeren lassen sich hervorragend einfrieren und später weiterverarbeiten – die Ernte kann so in Ruhe auf der Verarbeitungstour warten.


Johannisbeergelee: Der Klassiker

Gelee ist die eleganteste Art der Johannisbeer-Verwertung: ohne Kerne, klar und leuchtend, mit einer festen, aber zarten Struktur.

Grundrezept Rotes Johannisbeergelee

Zutaten:

  • 1,5 kg rote Johannisbeeren (ergibt ca. 1 Liter Saft)
  • 1 kg Gelierzucker 1:1 (oder 500 g bei 2:1)
  • Saft von 1 Zitrone

Zubereitung:

  1. Beeren mit wenig Wasser erhitzen (ca. 100 ml): Bei mittlerer Hitze 10–15 Minuten köcheln bis die Beeren aufplatzen und Saft abgeben
  2. Passieren: Beeren durch ein Geliersieb oder Mulltuch abtropfen lassen – mindestens 2 Stunden, idealerweise über Nacht

    Nicht drücken! Das macht den Saft trüb. Einfach abtropfen lassen.

  3. Saft abmessen: Genau 1 Liter abmessen (Rest trinken oder einfrieren)
  4. Kochen: Saft mit Gelierzucker und Zitronensaft aufkochen, unter Rühren ca. 4 Minuten sprudelnd kochen
  5. Gelierprobe: Einen Klecks auf einen kalten Teller geben – zieht er sich zu einer Haut: fertig. Sonst noch 1–2 Minuten weiterkochen.
  6. Abfüllen: In saubere Gläser füllen, Deckel drauf – laut BZfE nicht auf den Kopf stellen

Haltbarkeit: laut BZfE etwa 1 Jahr, dunkel bei 15–20 °C gelagert; bei Schimmel im Glas alles wegwerfen (BfR)

Schwarzes Johannisbeergelee (Cassis-Gelee)

Identisches Grundrezept, aber schwarze Johannisbeeren haben noch mehr Pektin – das Gelee wird fester. Bei Bedarf etwas mehr Wasser beim Erhitzen verwenden. Das intensive Aroma verträgt Gewürznoten:

  • Variante: Mit einem Schuss Cassis-Likör und etwas Vanille
  • Variante herzhaft: Mit Lorbeer und schwarzem Pfeffer – toll zu Käse und Wild

Johannisbeersaft: Pur oder als Sirup

Methode 1: Dampfentsafter

Der Dampfentsafter ist das beste Gerät für große Mengen. Die Beeren kommen in den Behälter, Dampf löst den Saft – klar und ohne Pressen. Ein Teil des Vitamin C geht durch die lange Hitze allerdings verloren.

Vorgehen:

  1. Beeren in den Entsaftungskorb geben (Rispen können bleiben)
  2. Ca. 45–60 Minuten entsaften
  3. Saft auffangen, sofort heiß in saubere Flaschen oder Gläser füllen, verschließen und im kochenden Wasserbad nachbehandeln (NCHFP-Beispiel Apfelsaft: 5 Minuten bei Gläsern bis etwa 1 l, bis 300 m Höhe)

Methode 2: Kalt gepresster Saft (für maximale Vitamine)

Für kleine Mengen: Beeren mit einem Stabmixer pürieren, durch ein Tuch pressen. Nicht erhitzt, daher im Kühlschrank nur 3–5 Tage haltbar – oder einfrieren.

Johannisbeersirup

Zutaten:

  • 1 Liter Johannisbeersaft
  • 700 g Zucker
  • Saft von 1 Zitrone

Saft, Zucker und Zitrone aufkochen bis der Zucker gelöst ist, 5 Minuten köcheln, heiß in Flaschen füllen, im Kühlschrank aufbewahren und zügig verbrauchen.

Verwendung: Mit Wasser verdünnen (1:8), über Eis, in Desserts, als Grundlage für Cocktails


Johannisbeermarmelade

Wer Kerne nicht stört (oder sie liebt), macht statt Gelee einfach Konfitüre – deutlich schneller, da kein Passieren nötig.

Zutaten:

  • 1 kg Beeren, entstielt
  • 500 g Gelierzucker 2:1
  • Saft ½ Zitrone

Beeren pürieren oder grob zerdrücken, mit Gelierzucker und Zitrone 4 Minuten kochen, in Gläser füllen.


Tipps für ein perfektes Ergebnis

Gläser richtig sterilisieren: In der Spülmaschine reinigen oder mindestens 5 Minuten in kochendem Wasser auskochen (BZfE). Niemals Gläser mit Haarrissen oder alten Gummidichtungen verwenden.

Pektingehalt: Johannisbeeren gelieren von Natur aus sehr gut – mehr Pektin als die meisten anderen Früchte. Trotzdem: zu wenig Kochen oder zu viel Wasser können das Gelieren verhindern.

Schaumabschöpfen: Beim Kochen bildet sich Schaum an der Oberfläche – abschöpfen für ein klares Gelee.

Kleine Mengen zuerst: Wer zum ersten Mal Gelee kocht, macht besser 1–2 Gläser als Testlauf statt gleich den gesamten Ernteberg zu verarbeiten.


Schwarze Johannisbeere: Besonderheiten

Schwarze Johannisbeeren haben ein intensiveres Aroma, das polarisiert: herb, beerig, fast holzig. Für Gelee und Saft werden sie weniger süß gemacht als rote, damit das Aroma zur Geltung kommt.

Besonders gut zu:

  • Wildgerichten (als Soße oder Gelee zur Beilage)
  • Käseplatten (kräftiger Blauschimmelkäse + schwarzes Johannisbeergelee = klassisch)
  • Joghurt und Desserts

Fazit

Johannisbeersaison ist kurz – aber mit Gelee, Saft und Sirup lässt sich das ganze Jahr davon zehren. Der Aufwand ist überschaubar, das Ergebnis überzeugend. Und selbstgemachtes Johannisbeergelee ist ein Küchen-Klassiker, der nie enttäuscht.

Quellen

Die Quellen belegen einzelne Angaben dieses Artikels. Die genannten Stellen haben den Artikel weder geprüft noch empfohlen.

Dieser Artikel stammt aus der Ernterei-App. Dem Tagebuch für alle, die selber machen: Garten, Ernte, Vorrat, Rezepte und über 140 Wissensartikel – kostenlos für iPhone und Android.