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Johannisbeergelee & Saft: schwarze & rote Beeren haltbar machen

4 Min. Lesezeit · Saison: Sommer · 9. Juni 2026

Johannisbeergelee & Saft: schwarze & rote Beeren haltbar machen

Johannisbeergelee & Saft: schwarze & rote Beeren haltbar machen

Johannisbeeren sind randvoll mit Vitamin C und Pektin – und damit ideal fürs Einkochen. Rote Johannisbeeren liefern ein strahlend rubinrotes Gelee mit feiner Säure; schwarze Johannisbeeren stehen für intensives, fast würziges Aroma. Dieser Artikel zeigt dir die besten Methoden für Gelee, Saft und Sirup.

Ernte und Vorbereitung

Johannisbeeren werden vollreif geerntet – die Trauben sollten gleichmäßig gefärbt und leicht weich sein. Nicht zu früh: unreife Beeren haben weniger Zucker und mehr Säure.

Ernte: Ganze Trauben abschneiden und erst zu Hause von den Rispen streifen. Eine Gabel eignet sich hervorragend: Trauben halten und Stiele mit einem Zug über die Gabelzinken abstreifen.

Waschen: Kurz in kaltem Wasser schwenken, nicht lange einweichen.

Einfrieren möglich: Johannisbeeren lassen sich hervorragend einfrieren und später weiterverarbeiten – die Ernte kann so in Ruhe auf der Verarbeitungstour warten.


Johannisbeergelee: Der Klassiker

Gelee ist die eleganteste Art der Johannisbeer-Verwertung: ohne Kerne, klar und leuchtend, mit einer festen, aber zarten Struktur.

Grundrezept Rotes Johannisbeergelee

Zutaten:

  • 1,5 kg rote Johannisbeeren (ergibt ca. 1 Liter Saft)
  • 1 kg Gelierzucker 1:1 (oder 500 g bei 2:1)
  • Saft von 1 Zitrone

Zubereitung:

  1. Beeren mit wenig Wasser erhitzen (ca. 100 ml): Bei mittlerer Hitze 10–15 Minuten köcheln bis die Beeren aufplatzen und Saft abgeben
  2. Passieren: Beeren durch ein Geliersieb oder Mulltuch abtropfen lassen – mindestens 2 Stunden, idealerweise über Nacht

    Nicht drücken! Das macht den Saft trüb. Einfach abtropfen lassen.

  3. Saft abmessen: Genau 1 Liter abmessen (Rest trinken oder einfrieren)
  4. Kochen: Saft mit Gelierzucker und Zitronensaft aufkochen, unter Rühren ca. 4 Minuten sprudelnd kochen
  5. Gelierprobe: Einen Klecks auf einen kalten Teller geben – zieht er sich zu einer Haut: fertig. Sonst noch 1–2 Minuten weiterkochen.
  6. Abfüllen: In sterilisierte Gläser füllen, Deckel drauf, kurz auf den Kopf stellen

Haltbarkeit: 1–2 Jahre bei kühler, dunkler Lagerung

Schwarzes Johannisbeergelee (Cassis-Gelee)

Identisches Grundrezept, aber schwarze Johannisbeeren haben noch mehr Pektin – das Gelee wird fester. Bei Bedarf etwas mehr Wasser beim Erhitzen verwenden. Das intensive Aroma verträgt Gewürznoten:

  • Variante: Mit einem Schuss Cassis-Likör und etwas Vanille
  • Variante herzhaft: Mit Lorbeer und schwarzem Pfeffer – toll zu Käse und Wild

Johannisbeersaft: Pur oder als Sirup

Methode 1: Dampfentsafter

Der Dampfentsafter ist das beste Gerät für große Mengen. Die Beeren kommen in den Behälter, Dampf löst den Saft – klar und ohne Pressen. Ein Teil des Vitamin C geht durch die lange Hitze allerdings verloren.

Vorgehen:

  1. Beeren in den Entsaftungskorb geben (Rispen können bleiben)
  2. Ca. 45–60 Minuten entsaften
  3. Saft auffangen, sofort heiß in sterilisierte Flaschen abfüllen

Methode 2: Kalt gepresster Saft (für maximale Vitamine)

Für kleine Mengen: Beeren mit einem Stabmixer pürieren, durch ein Tuch pressen. Nicht erhitzt, daher im Kühlschrank nur 3–5 Tage haltbar – oder einfrieren.

Johannisbeersirup

Zutaten:

  • 1 Liter Johannisbeersaft
  • 700 g Zucker
  • Saft von 1 Zitrone

Saft, Zucker und Zitrone aufkochen bis der Zucker gelöst ist, 5 Minuten köcheln, heiß in Flaschen füllen.

Verwendung: Mit Wasser verdünnen (1:8), über Eis, in Desserts, als Grundlage für Cocktails


Johannisbeermarmelade

Wer Kerne nicht stört (oder sie liebt), macht statt Gelee einfach Konfitüre – deutlich schneller, da kein Passieren nötig.

Zutaten:

  • 1 kg Beeren, entstielt
  • 500 g Gelierzucker 2:1
  • Saft ½ Zitrone

Beeren pürieren oder grob zerdrücken, mit Gelierzucker und Zitrone 4 Minuten kochen, in Gläser füllen.


Tipps für ein perfektes Ergebnis

Gläser richtig sterilisieren: Entweder 10 Minuten auskochen oder frisch aus dem heißen Backofen (120 °C, 15 min). Niemals Gläser mit Haarrissen oder alten Gummidichtungen verwenden.

Pektingehalt: Johannisbeeren gelieren von Natur aus sehr gut – mehr Pektin als die meisten anderen Früchte. Trotzdem: zu wenig Kochen oder zu viel Wasser können das Gelieren verhindern.

Schaumabschöpfen: Beim Kochen bildet sich Schaum an der Oberfläche – abschöpfen für ein klares Gelee.

Kleine Mengen zuerst: Wer zum ersten Mal Gelee kocht, macht besser 1–2 Gläser als Testlauf statt gleich den gesamten Ernteberg zu verarbeiten.


Schwarze Johannisbeere: Besonderheiten

Schwarze Johannisbeeren haben ein intensiveres Aroma, das polarisiert: herb, beerig, fast holzig. Für Gelee und Saft werden sie weniger süß gemacht als rote, damit das Aroma zur Geltung kommt.

Besonders gut zu:

  • Wildgerichten (als Soße oder Gelee zur Beilage)
  • Käseplatten (kräftiger Blauschimmelkäse + schwarzes Johannisbeergelee = klassisch)
  • Joghurt und Desserts

Fazit

Johannisbeersaison ist kurz – aber mit Gelee, Saft und Sirup lässt sich das ganze Jahr davon zehren. Der Aufwand ist überschaubar, das Ergebnis überzeugend. Und selbstgemachtes Johannisbeergelee ist ein Küchen-Klassiker, der nie enttäuscht.

Dieser Artikel stammt aus der Ernterei-App. Dem Tagebuch für alle, die selber machen: Garten, Ernte, Vorrat, Rezepte und über 140 Wissensartikel – kostenlos für iPhone und Android.