Frühjahrsrevision: Den ersten Blick ins Volk wagen
Die Frühjahrsrevision ist die erste gründliche Kontrolle nach dem Winter. Sie gibt Auskunft über den Zustand der Völker und legt den Grundstein für eine erfolgreiche Saison.
Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Erst wenn die Temperaturen dauerhaft über 12–14 °C liegen und die Bienen ruhig fliegen. In Mitteleuropa: März bis Anfang April, je nach Witterung.
Niemals bei Kälte, Wind oder Regen öffnen – die Brut kühlt sofort aus.
Was wird kontrolliert?
Volksstärke
- Wie viele Wabengassen sind mit Bienen besetzt?
- Mindestens 4–5 gut besetzte Gassen für ein entwicklungsfähiges Volk
Königin und Brut
- Sind Eier und junge Maden sichtbar? (Lupe verwenden)
- Ist das Brutnest gleichmäßig und geschlossen?
- Unregelmäßige, lückige Brut: Zeichen für Krankheit oder schlechte Königin – bei Verdacht auf Faulbrut sofort das Veterinäramt (Amtstierarzt) informieren: Die Amerikanische Faulbrut ist laut LWG Bayern eine anzeigepflichtige Bienenseuche
Futtervorrat
- Noch mindestens 3–4 kg Futter vorhanden?
- Bei Mangel sofort mit Futterteig (Apifonda) nachversorgen
Waben und Beute
- Beschädigte oder schwarze Altwaben entnehmen
- Bodeneinlage säubern, Gitterboden überprüfen
- Varroa-Befallsgrad aus natürlichem Milbenabfall ablesen
Maßnahmen nach der Revision
- Schwache Völker vereinigen oder mit Futterteig aufpäppeln
- Erste Erweiterung sobald alle Waben besetzt sind
- Varroabehandlung planen (Ameisensäure nach der Ernte)
- Schwarmkontrolle ab Mai vorbereiten
Quellen
- Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG): Amerikanische Faulbrut, abgerufen am 05.10.2026
Die Quellen belegen einzelne Angaben dieses Artikels. Die genannten Stellen haben den Artikel weder geprüft noch empfohlen.