Honigernte: Der richtige Zeitpunkt und die richtige Technik
Die Honigernte ist der Höhepunkt des Imkerjahres – und will gut vorbereitet sein. Unreif geernteter Honig gärt und verdirbt, zu spät geernteter Honig ist schwer zu schleudern.
Reifer Honig erkennst du am Verdeckelungsgrad: Mindestens 2/3 der Wabe sollten verdeckelt sein. Den Reifetest machst du indem du die Wabe schnell nach unten schüttelst – tropft Honig heraus ist er noch zu feucht.
Vor der Ernte treibst du die Bienen von den Honigräumen. Bewährt haben sich die Bienenflucht (ein Fluchtbrett, das du 24 Stunden vorher zwischen Brut- und Honigraum legst) oder sanftes Abfegen der Bienen.
Bei der Schleuderung achtest du auf saubere Geräte und einen warmen Raum (mind. 20 Grad). Zuerst entdeckelst du die Waben mit einer Entdeckelungsgabel oder einem heißen Messer. Dann kommen die Waben in die Schleuder – Radialschleudern schleudern alle Waben auf einmal, Tangentialschleudern müssen gewendet werden.
Nach dem Schleudern wird der Honig durch ein feines Sieb filtriert und in den Absetzbehälter gegeben. Nach 1-2 Tagen absitzen sind die Luftblasen verschwunden.
Cremigen Honig herstellst du indem du den flüssigen Honig täglich rührst – am besten bei 14-18 Grad. Alternativ kannst du fertigen Cremehonig als Impfkristalle untermischen (ca. 10% der Menge) – das beschleunigt den Prozess erheblich und gibt dem Honig eine feine, gleichmäßige Konsistenz.
Erst wenn der Honig die gewünschte Konsistenz erreicht hat wird er in saubere Gläser abgefüllt und luftdicht verschlossen.