Varroabehandlung: Das A und O der modernen Imkerei
Die Varroabehandlung ist die wichtigste Maßnahme im Imkerjahr. Ohne regelmäßige Behandlung bricht jedes Volk innerhalb weniger Jahre zusammen.
Warum behandeln?
Varroa destructor schwächt die Bienen, indem sie vor allem an ihrem Fettkörper frisst (nicht, wie lange angenommen, an der Hämolymphe), und überträgt dabei Viren, die Flügel und Körper deformieren. Der Befallsdruck steigt exponentiell – im Herbst kann ein Volk Tausende Milben tragen.
Die drei Hauptmethoden
Oxalsäure (Winter)
Anwendung: Oktober bis Januar, wenn das Volk brutfrei ist.
- Wirksamkeit bei brutfreiem Volk: >95 %
- Als Träufelbehandlung (3,5 % Oxalsäure, 5 ml je Gasse) oder als Verdampfung
- Keine Rückstände im Honig bei korrekter Anwendung
- Nur einmalig pro Brutfreiheitsphase anwenden
Ameisensäure (Sommer)
Anwendung: nach der letzten Honigentnahme, Juli bis September.
- Einzige Methode die auch in der verdeckelten Brut wirkt
- Optimal bei 15–25 °C Außentemperatur
- Als Langzeitverdunster (Nassenheider) über 3–4 Wochen
- Achtung: Bei über 30 °C Brutschäden möglich
Milchsäure (nur bei Brutfreiheit)
- Manuelle Behandlung einzelner Waben
- Arbeitsintensiv, aber gut für Ableger und kleine Völker geeignet
- Wirksamkeit: ~70 % pro Behandlung – aber nur auf brutfreien Völkern (Ableger, Schwärme, Winterruhe); Milben in verdeckelter Brut erreicht sie nicht
Behandlungskalender
| Zeitraum | Methode |
|---|---|
| Juli/August | Ameisensäure nach Ernte |
| Oktober–Januar | Oxalsäure bei Brutfreiheit |
| Brutfreie Ableger und Schwärme | Milchsäure |