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Varroabehandlung: Das A und O der modernen Imkerei

3 Min. Lesezeit · Saison: Herbst · 3. Juni 2026

Varroabehandlung: Das A und O der modernen Imkerei

Die Varroabehandlung ist die wichtigste Maßnahme im Imkerjahr. Ohne regelmäßige Behandlung bricht jedes Volk innerhalb weniger Jahre zusammen.

Warum behandeln?

Varroa destructor schwächt die Bienen, indem sie vor allem an ihrem Fettkörper frisst (nicht, wie lange angenommen, an der Hämolymphe), und überträgt dabei Viren, die Flügel und Körper deformieren. Der Befallsdruck steigt exponentiell – im Herbst kann ein Volk Tausende Milben tragen.

Die drei Hauptmethoden

Oxalsäure (Winter)

Anwendung: laut Zulassung nur in der brutfreien Zeit (Spätherbst/Winter) und nur einmalig – im Oktober haben viele Völker noch Brut. Honig darf laut BVL erst im darauffolgenden Frühjahr wieder gewonnen werden.

  • Als Träufelbehandlung (3,5 % Oxalsäure, 5 ml je Gasse) oder als Verdampfung
  • Keine Rückstände im Honig bei korrekter Anwendung
  • Nur einmalig pro Brutfreiheitsphase anwenden

Ameisensäure (Sommer)

Anwendung: nach der letzten Honigentnahme, Juli bis September.

  • Einzige Methode die auch in der verdeckelten Brut wirkt
  • Optimal bei 15–25 °C Außentemperatur
  • Mit einem geeigneten Verdunster – laut BVL-Standardzulassung gleichmäßig über 10 Tage; bei Fertigpräparaten die Gebrauchsinformation beachten
  • Laut Bieneninstitut Celle bei Außentemperaturen von 15–25 °C behandeln, bei über 25 °C nur abends

Milchsäure (nur bei Brutfreiheit)

  • Manuelle Behandlung einzelner Waben
  • Arbeitsintensiv, aber gut für Ableger und kleine Völker geeignet
  • Nur auf brutfreien Völkern (Ableger, Schwärme, Winterruhe); Milben in verdeckelter Brut erreicht sie nicht

Behandlungskalender

Zeitraum Methode
Juli/August Ameisensäure nach Ernte
Spätherbst/Winter Oxalsäure, einmalig, nur brutfrei
Brutfreie Ableger und Schwärme Milchsäure

Schutz beim Umgang mit Säuren

  • Oxalsäure ist laut LWG sehr giftig und kann über die Haut aufgenommen werden: säurefeste Handschuhe, Schutzbrille und Imkerschutzkleidung tragen, danach Hände und Geräte waschen.
  • Ameisensäure verursacht laut BVL Verätzungen; Dämpfe nicht einatmen, Schutzhandschuhe tragen. Nicht während der Tracht anwenden, erst nach der letzten Honigernte des Jahres.
  • Milchsäure kann laut BVL Haut und Augen reizen, Sprühnebel kann Husten- und Asthmaanfälle auslösen: Handschuhe, Schutzbrille und eine Halbmaske mit Filter tragen. Nach einer Sommerbehandlung erst den Honig des Folgejahres ernten.
  • Alle Mittel nur so anwenden, wie es Zulassung bzw. Gebrauchsinformation vorgeben – keine höheren Dosen, keine Wiederholungen auf eigene Faust.

Quellen

Die Quellen belegen einzelne Angaben dieses Artikels. Die genannten Stellen haben den Artikel weder geprüft noch empfohlen.

Dieser Artikel stammt aus der Ernterei-App. Dem Tagebuch für alle, die selber machen: Garten, Ernte, Vorrat, Rezepte und über 140 Wissensartikel – kostenlos für iPhone und Android.