Pflanzen vermehren: Stecklinge, Aussaat & Teilung
Pflanzen selbst vermehren – kostenlos & befriedigend
Wer Pflanzen vermehrt, muss keine neuen kaufen, kann Freunden etwas schenken und versteht das Pflanzenwachstum viel besser. Die wichtigsten drei Methoden:
1. Stecklinge
Stecklinge sind Triebspitzen oder Seitenäste, die zur neuen Pflanze bewurzeln.
Geeignete Pflanzen: Tomaten-Ausgeizlinge, Pelargonien, Basilikum, Minze, Rosmarin, Thymian, Beerenobst (Johannisbeere, Stachelbeere)
Ablauf:
- Triebspitze 8–12 cm abschneiden (unterhalb eines Blattknotens)
- Untere Blätter entfernen – nur 2–4 oben behalten
- In feuchtes Anzuchtsubstrat oder einfach ins Wasserglas stellen
- Hell, aber nicht in pralle Sonne stellen
- Feucht halten – nach 2–4 Wochen bilden sich Wurzeln
Wasservermehrung (Vase mit Wasser): funktioniert bei Basilikum, Minze, Tomaten-Ausgeizern hervorragend und man sieht die Wurzeln direkt.
2. Aussaat
Für Gemüse, Kräuter und viele Blumen die günstigste Methode.
Grundregeln:
- Anzuchterde verwenden (mager, feinkörnig)
- Samen je nach Bedarf licht- oder dunkelkeimend behandeln
- Gleichmäßig feucht halten – nie austrocknen, nie Staunässe
- Pikieren wenn die ersten echten Blätter erscheinen
Tipp: Recycelte Joghurtbecher oder Eierkartons als Anzuchttöpfe sind kostenlos und nachhaltig.
3. Teilung & Ableger
Viele Stauden und Beerensträucher lassen sich durch Teilen vermehren:
- Stauden teilen (Herbst oder Frühjahr): Pflanze ausgraben, mit zwei Spatengabeln auseinander drücken, Teile neu einpflanzen
- Ausläufer (Erdbeeren, Minze): Kriechende Triebe bilden Tochterpflanzen, die man abtrennen und umpflanzen kann
- Zwiebeln teilen (Schnittlauch, Zwiebeln): Zwiebelballen teilen und neu setzen
Bewurzelungshelfer
- Weidenwasser: Weidenäste im Wasser auflösen – natürliches Auxin fördert Bewurzelung
- Zimtpulver: auf die Schnittstelle – wirkt antibakteriell
- Bewurzelungshormone aus dem Handel (Pulver oder Gel): beschleunigen Bewurzelung zuverlässig