Mädesüß – die duftende Wiesenkönigin
Foto: Lee Raye, CC0
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⚠️ Bevor du Mädesüß verwendest
- Mädesüß enthält Salicylate. Nach der Monografie der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) soll es nicht verwendet werden, wenn du überempfindlich auf Salicylate reagierst.
- Die EMA empfiehlt die Anwendung nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.
- Wer bereits Salicylate oder andere entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) einnimmt, sollte Mädesüß nach EMA nur nach ärztlichem Rat verwenden.
- Sammle nur, was du sicher bestimmen kannst, und nicht an Gräben neben gespritzten Feldern.
An Bachläufen, Gräben und auf feuchten Wiesen fällt Mädesüß im Hochsommer schon von Weitem auf: Laut LfL Bayern erheben sich die cremeweißen, bis zu 1,5 Meter hohen Blütenstände über die anderen Wiesenpflanzen – der französische Name „Reine des prés“ bedeutet „Königin der Wiese“.
Merkmale
Laut LfL Bayern:
- Standort: Feuchte, nährstoffreiche Gewässerränder, Feucht- und Moorwiesen
- Stängel: Aufrecht und rötlich überlaufen
- Blätter: Unpaarig gefiedert; zwischen den größeren, gezähnten Teilblättern sitzen kleinere. Oberseite dunkelgrün, Unterseite oft weißfilzig
- Blüte: Cremeweiß, von Juni bis August
- Früchte: Spiralig gedreht
- Je älter die Pflanze, desto „medizinischer“ werden Geruch und Geschmack
Giftiger Nachbar am Wasser: An fließenden Gewässern und in Riedgras wächst laut Giftzentrale Bonn der sehr giftige Wasserschierling (Cicuta virosa), ein Doldengewächs mit weißen Blüten in Dolden (Juli/August) und zwei- bis dreifach gefiederten Blättern. Prüfe deshalb immer alle Merkmale des Mädesüß zusammen – rötlicher Stängel, kleine Blättchen zwischen den großen, weißfilzige Blattunterseite – und sammle im Zweifel nicht.
Verwendung
- Küche: Laut LfL eignen sich die jungen Blätter für Salate, die Blüten für Getränke, Süßspeisen und Gelees und als Dekoration; Blätter und Blüten auch frisch oder getrocknet als Tee. Der Name kommt laut LfL von „süße Mahd“ – Heu mit Mädesüß roch süßlich –, und früher wurden die Blüten auch zum Würzen von Bier und Met verwendet.
- Volksheilkunde: Die EMA führt Mädesüß-Kraut als traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur unterstützenden Behandlung bei Erkältungen und zur Linderung leichter Gelenkbeschwerden. Diese Einstufung beruht laut EMA ausschließlich auf langjähriger Verwendung, nicht auf Wirksamkeitsstudien.
Quellen
- European Medicines Agency (EMA): Community herbal monograph on Filipendula ulmaria (L.) Maxim., herba, EMA/HMPC/434881/2010, Stand 12.07.2011, abgerufen am 06.10.2026
- Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL): Essbare Wildkräuter: Mädesüß, Stand 11/2022, abgerufen am 06.10.2026
- Informationszentrale gegen Vergiftungen NRW / Giftzentrale Bonn: Wasserschierling, abgerufen am 06.10.2026
Die Quellen belegen einzelne Angaben dieses Artikels. Die genannten Stellen haben den Artikel weder geprüft noch empfohlen.