Bewässerungssysteme selbst bauen: vom Tropfschlauch bis zur Zeitschaltuhr
Wer einmal den Urlaub abgebrochen hat, weil die Tomaten verdorsten – oder wer täglich mit der Gießkanne durch den Garten läuft – weiß: eine automatische Bewässerung zahlt sich aus. Mit etwas Planung und wenig Material ist das Eigenbausystem schnell installiert.
Welcher Typ passt zu dir?
Tröpfchenbewässerung
Einzelne Tropfer oder Tropfschläuche direkt an der Pflanzenbasis. Ideal für: Gemüsebeete, Hochbeete, Tomaten, Paprika. Vorteil: minimaler Wasserverbrauch, kein nasses Laub (weniger Pilzkrankheiten).
Sprinkler / Regner
Kreisförmige Verteilung über einen Bereich. Ideal für: Rasenflächen, größere Blumenbeete. Nachteil: höherer Wasserverbrauch, nasses Laub.
Ollas (Tontopf-Bewässerung)
Ungeglasierte Tontöpfe werden eingegraben und mit Wasser befüllt. Das Wasser sickert langsam durch die Poren direkt zur Wurzel. Ideal für: Einzelpflanzen, Trockengebiete, sehr sparsamer Wasserverbrauch.
Bewässerungscomputer
Kein eigenständiges System, sondern eine Zeitschaltuhr für den Wasserhahn. Kombiniert mit jedem der oben genannten Systeme.
Planung
Vor dem Kauf klären:
- Wasserverbrauch in Liter pro Stunde (l/h) pro Zone
- Wasserdruck am Anschluss (normal: 2–4 bar – zu viel = Tropfer überschwemmt, zu wenig = kein Druck)
- Länge der Hauptleitung und Stichleitungen
- Anzahl der Pflanzen/Bereiche
Faustregel Wassermengen:
| Pflanze | Tagesbedarf |
|---|---|
| Tomate | 1,5–2 l |
| Gurke | 2–3 l |
| Salat | 0,5–1 l |
| Paprika | 1–1,5 l |
Installation Schritt für Schritt
- Hauptleitung verlegen – 16-mm-PE-Rohr oder 3/4-Zoll-Schlauch vom Wasseranschluss durch den Garten führen
- Druckreduzierer einbauen – auf 1,5–2 bar reduzieren, damit Tropfer gleichmäßig laufen
- Filter einsetzen – verhindert Verstopfungen der Tropfer
- Stichleitungen (4 mm) – vom Hauptrohr zu jedem Pflanzenbereich führen
- Tropfer einsetzen – je nach Pflanzenbedarf 1–4 l/h-Tropfer wählen
- Bewässerungscomputer anschließen – Zeitprogramm einstellen (morgens 5–7 Uhr oder abends, nie mittags)
- Testen und justieren – erstes Mal beobachten, ob alle Tropfer gleichmäßig laufen
Smarte Erweiterungen
- Bodenfeuchtigkeitssensor – verhindert unnötiges Gießen nach Regen
- Regensensor – unterbricht Bewässerung automatisch bei Niederschlag
- Smartphone-Steuerung – über WLAN-fähige Bewässerungscomputer (z. B. Gardena, Netro)
Tipps
- Niemals mittags gießen – Verdunstung zu hoch, Verbrennungsgefahr bei Blattbenetzung
- Tröpfchenbewässerung spart gegenüber Sprinkler bis zu 50 % Wasser
- Hauptleitung im Herbst komplett leeren (Frostschutz)
- Tropfer jährlich auf Verstopfungen prüfen und in Essig einweichen