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Brunnen anlegen: Wasser aus dem eigenen Garten

10 Min. Lesezeit · Saison: Ganzjährig · 25. Juni 2026

Brunnen anlegen: Wasser aus dem eigenen Garten

Ein eigener Gartenbrunnen macht dich unabhängiger vom Trinkwassernetz und spart bei intensiver Gartenbewässerung erhebliche Wasserkosten. Je nach Tiefe des Grundwasserspiegels ist das Projekt auch ohne Baggereinsatz möglich.

Welcher Brunnentyp?

Rammbrunnen (Spitzenrohr)

Ein spitz zulaufendes Filterrohr wird mit einem Rammgewicht in den Boden getrieben. Geeignet bis ca. 7–8 m Tiefe, nur in sandigen/kiesigen Böden. Einfachste und günstigste Methode (Material: 100–250 €).

Erdbohrung (Brunnenbohren)

Mit einer Erdbohrmaschine oder einem Erdbohrer-Set wird ein Loch gebohrt, in das ein Brunnenrohr eingesetzt wird. Für Tiefen bis 15–30 m, funktioniert auch in lehmigen Böden. Kosten: 300–800 € Eigenleistung oder 1.500–4.000 € durch Fachbetrieb.

Schachtbrunnen

Gemauerte oder betonierte Ringe werden aufeinander gesetzt und abgesenkt. Für sehr flaches Grundwasser (<5 m), aufwändig, aber hohe Schüttleistung. Historisch die häufigste Form.

Grundwasser finden

Vor dem Brunnenanlegen prüfen:

  • Geologische Karte deiner Region (Landesamt für Geologie, oft kostenlos online)
  • Nachbarn fragen – haben sie einen Brunnen? Auf welcher Tiefe?
  • Wünschelrute – unwissenschaftlich, aber in manchen Regionen noch praktiziert
  • Probebohrung mit einem 1-m-Erdbohrer – spürst du feuchten Sand/Kies, ist Grundwasser in Reichweite

Genehmigung – unbedingt erforderlich

In fast allen Bundesländern genehmigungspflichtig! Das Wasserrecht liegt bei den Bundesländern:

  • Antrag beim zuständigen Wasserwirtschaftsamt oder der unteren Wasserbehörde
  • Meist kostenlos oder geringe Gebühren (20–80 €)
  • Nutzung für Gartenbewässerung in der Regel problemlos genehmigt
  • Wichtig: Trinkwassernutzung ist verboten ohne Wasseranalyse und Aufbereitung

Rammbrunnen anlegen – Schritt für Schritt

  1. Material besorgen – Brunnenpunktsatz mit Rammlanze, 1-m-Rohrstücke (DN 32 oder DN 50), Rammblock, Wasserpumpe
  2. Startpunkt bohren – mit einem 60-mm-Erdbohrer ca. 1 m tief vorbohren
  3. Filterrohr einsetzen – erstes Rohrstück mit dem Brunnenspitzfilter einsetzen
  4. Rammen – Rammgewicht (ca. 5–10 kg) auf das Rohr aufsetzen und durch Anheben/Fallen lassen das Rohr in den Boden treiben
  5. Rohr verlängern – Stück für Stück mit Muffen verbinden und weiterrammen bis zum Grundwasser
  6. Prüfen – Rohr mit Wasser füllen: sinkt es schnell ab = Grundwasseranschluss hergestellt
  7. Pumpe anschließen – Handpumpe oder elektrische Gartenpumpe (ab 60 W) aufsetzen

Pumpe auswählen

Pumpentyp Förderhöhe Geeignet für
Gartenpumpe (Saugpumpe) bis 8 m Tiefe Rammbrunnen, flaches GW
Tiefbrunnenpumpe bis 30 m Bohrbrunnen
Handpumpe bis 7 m Backup, kein Strom nötig

Wasserqualität

  • Nicht als Trinkwasser nutzen ohne chemische und bakteriologische Analyse (ca. 50–80 € beim Labor)
  • Für Gartenbewässerung in der Regel unbedenklich
  • pH-Wert prüfen – zu saures Wasser (pH < 6) greift Rohre an und schadet manchen Pflanzen
  • Jährliche Sichtprüfung auf Verfärbungen oder ungewöhnlichen Geruch

Wartung

  • Brunnen im Winter abdecken oder Pumpe abmontieren (Frostschutz)
  • Alle 5 Jahre: Brunnenrohr auf Ablagerungen prüfen und ggf. mit Brunnenreiniger spülen
  • Risse oder Leckagen im Schacht sofort abdichten
Dieser Artikel stammt aus der Ernterei-App. Dem Tagebuch für alle, die selber machen: Garten, Ernte, Vorrat, Rezepte und über 140 Wissensartikel – kostenlos für iPhone und Android.