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Aprikosen und Pfirsiche im Garten: Standort, Kräuselkrankheit, Ernte

4 Min. Lesezeit · Saison: Sommer · 5. Oktober 2026

Aprikose (in Österreich Marille) und Pfirsich gehören zum Steinobst und zur Familie der Rosengewächse. Der Pfirsich stammt laut BZfE ursprünglich aus China; die Nektarine ist keine eigene Art, sondern eine Mutation mit glatter Schale. In Deutschland wird Pfirsich laut BZfE vor allem in klassischen Weinbaugebieten angebaut – das zeigt, wie viel Wärme beide Arten brauchen.

Standort und Pflanzen

  • Platz: Vollsonnig und windgeschützt, ideal vor einer Süd- oder Südwestwand
  • Spätfrost: Beide blühen früh im Jahr; in Frostlagen erfrieren die Blüten leicht. Ein geschützter Platz am Haus hilft
  • Boden: Warm und durchlässig, keine Staunässe
  • Spalier: An der Hauswand als Fächerspalier gezogen, lässt sich der Baum im Frühjahr mit einer Folie vor Regen schützen – laut LWG Bayern hilft das gegen Kräuselkrankheit und Frostschäden zugleich

Schnitt

Pfirsiche fruchten laut LWG Bayern an den neuen Trieben. Deshalb werden sie jedes Jahr zurückgeschnitten – am besten direkt nach der Ernte, spätestens im Herbst. Das Schnittgut wird entfernt, weil daran Sporen der Kräuselkrankheit haften. Aprikosen werden zurückhaltender geschnitten: Ziel ist eine lichte Krone.

Kräuselkrankheit beim Pfirsich

Die häufigste Krankheit am Pfirsich ist die Kräuselkrankheit, ausgelöst vom Pilz Taphrina deformans. Laut Landwirtschaftskammer NRW kräuseln sich die Blätter kurz nach dem Austrieb, wirken blasig und färben sich rötlich, gelblich oder weißlich; bei starkem Befall fallen sie ab. Auch Nektarinen werden befallen.

  • Zeitpunkt ist alles: Der Pilz infiziert laut LWG Bayern, wenn die Knospen schwellen – je nach Witterung schon ab Januar. Wer behandeln will, muss dann bereit sein; später wirkt nichts mehr
  • Nur zugelassene Mittel: Im Haus- und Kleingarten dürfen nur Mittel verwendet werden, die dafür zugelassen sind. Die Anwendungsvorschriften auf der Packung genau einhalten
  • Bei leichtem Befall: Kranke Blätter und befallene Triebspitzen früh entfernen (LWK NRW)
  • Sortenwahl: Laut LWG Bayern sind manche Sorten weniger anfällig, etwa 'Amsden', 'Roter Ellerstädter', 'Früher Alexander', 'Rekord von Alfter', 'Weinbergspfirsich', 'Fidelia', 'Benedicte' und 'Fruteria'. Resistent ist keine davon; gelbfleischige Sorten werden besonders stark befallen

Aprikosen und Pfirsiche können außerdem an der Monilia-Spitzendürre erkranken: Blüten und Triebe sterben von der Spitze her ab. Laut LWK NRW werden abgestorbene Triebspitzen bald nach der Blüte bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten.

Ernte und Lagern

  • Pfirsiche sind reif, wenn sie duften und auf leichten Druck nachgeben. Laut BZfE reifen sie nur nach, wenn sie ihre Mindestpflückreife erreicht haben – am besten bei Zimmertemperatur. Reife Früchte halten wenige Tage im Kühlschrank; vor dem Essen wieder auf Zimmertemperatur kommen lassen, dann entfalten sie ihr Aroma
  • Aprikosen pflückt man, wenn sie vollständig gefärbt sind und sich weich anfühlen; sie sind druckempfindlich und halten nur kurz
  • Hauptsaison für Pfirsiche ist laut BZfE Juli bis September

Verwenden

Frisch, als Kompott oder Konfitüre, auf Kuchen oder gegrillt mit Honig und Thymian (BZfE). Zum Einkochen siehe die Artikel zum sicheren Einkochen.

Vorsicht bei Aprikosenkernen

Aprikosenkerne – vor allem bittere – enthalten Amygdalin. Daraus wird bei der Verdauung Blausäure frei. Laut BfR sollten Erwachsene höchstens zwei bittere Aprikosenkerne am Tag essen, Kinder gar keine; schon wenige Kerne können zu Vergiftungen führen. Kerne aus dem eigenen Garten also nicht knabbern und nicht in Marmelade oder Likör mitverarbeiten.

Quellen

Die Quellen belegen einzelne Angaben dieses Artikels. Die genannten Stellen haben den Artikel weder geprüft noch empfohlen.

Dieser Artikel stammt aus der Ernterei-App. Dem Tagebuch für alle, die selber machen: Garten, Ernte, Vorrat, Rezepte und über 140 Wissensartikel – kostenlos für iPhone und Android.