Saibling und Renke: Fische klarer, kalter Seen
Saibling und Renke gehören zu den lachsartigen Fischen und brauchen kühles, sauerstoffreiches Wasser. Man findet sie vor allem in den tiefen Seen des Alpenvorlands und in Mittelgebirgsseen, Saiblinge auch in Teichanlagen und manchen Bächen.
Die Arten
- Seesaibling (Salvelinus-Arten): Heimisch in tiefen, kalten Seen. Rücken dunkel, Flanken mit hellen Punkten, Bauch zur Laichzeit leuchtend orange-rot; die Brust- und Bauchflossen haben einen weißen Vorderrand
- Bachsaibling (Salvelinus fontinalis): Stammt aus Nordamerika und wurde eingeführt. Marmorierter Rücken, rote Punkte mit blauem Hof
- Renke (Coregonus-Arten, auch Felchen oder Maräne): Silbrig, schlank, mit kleinem Maul; lebt im Freiwasser und ernährt sich vor allem von Plankton. Je nach See gibt es eigene Formen
Was du vorher klären musst
Schonzeiten und Mindestmaße legt jedes Bundesland fest; zusätzlich gelten die Bedingungen des Gewässers, die im Erlaubnisschein stehen. Ein Beispiel aus Bayern (Anlage zur Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Fischereigesetzes):
| Art | Schonzeit | Schonmaß | Gebiet |
|---|---|---|---|
| Renken/Felchen | 15. Oktober bis 31. Dezember | 30 cm | ganz Bayern |
| Seesaiblinge | 1. Oktober bis 31. Dezember | 30 cm | Flussgebiet Donau |
| Bachsaibling | keine | keines | ganz Bayern |
In anderen Bundesländern und an Grenzgewässern können andere Werte gelten. Vor dem Angeln immer die aktuelle Fassung und den Erlaubnisschein prüfen.
Saibling angeln
- Zeit: Im Frühjahr, wenn das Wasser noch kühl ist, stehen Saiblinge flacher; im Sommer ziehen sie in die Tiefe
- Methoden: Vom Boot mit Schleppangel oder in der Tiefe gefischtem Köder; in Teichanlagen mit Spinner, kleinen Blinkern oder Naturködern wie Bienenmade
- Ein Echolot hilft, die Tiefe zu finden, in der die Fische stehen – siehe „Angeln vom Boot“
Renke angeln
- Methode: Die Renke frisst Plankton und kleine Larven. Gefischt wird meist vom Boot mit der Hegene: einer Montage aus mehreren sehr kleinen Nymphen an kurzen Seitenarmen, die mit feinen Zupfern in der Tiefe angeboten wird
- Biss: Renken beißen vorsichtig; eine feine Rutenspitze zeigt die Bisse an
- Drill: Das Maul ist weich – gefühlvoll drillen, sonst schlitzt der Haken aus
- An vielen Seen gelten für die Hegene eigene Regeln (zum Beispiel die Zahl der Haken) – im Erlaubnisschein nachlesen
Versorgen und Zubereiten
Gefangenen Fisch tierschutzgerecht betäuben und töten, dann sofort kühlen. Roher Fisch hält laut BVL bei vier Grad etwa einen Tag im Kühlschrank; gegarter oder geräucherter Fisch etwa zwei Tage.
- Durchgaren: Fisch ist laut BVL gar, wenn er undurchsichtig ist und sich mit der Gabel leicht zerteilen lässt
- Räuchern: Saibling und Renke sind klassische Räucherfische – siehe „Fisch heiß räuchern“
- Braten: Im Ganzen in Butter gebraten, mit Kräutern und Zitrone; Renkenfilets kurz auf der Haut
Quellen
- Freistaat Bayern (BAYERN.RECHT): AVBayFiG, Anlage: Schonzeiten, Schonmaße und räumlicher Geltungsbereich, abgerufen am 05.10.2026
- Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL): Hygienischer Umgang mit Fisch, abgerufen am 05.10.2026
Die Quellen belegen einzelne Angaben dieses Artikels. Die genannten Stellen haben den Artikel weder geprüft noch empfohlen.