Möhren anbauen: von der Aussaat bis zum Karottenkuchen
Möhren aus dem eigenen Garten schmecken intensiver als jede gekaufte – und in lockerem Boden wachsen sie fast von allein. Die Kunst liegt am Anfang: bei Aussaat und Keimung.
Aussaat
- Zeitpunkt: Ab März (frühe Sorten) bis Juni (Lagermöhren); Ernte je nach Sorte 10–16 Wochen später
- Boden ist alles: Tiefgründig, locker, steinfrei – in verdichtetem Boden werden Möhren krumm und beinig. Hochbeete sind ideal
- Keimgeduld: Möhren keimen 2–3 Wochen. Der Boden muss so lange gleichmäßig feucht bleiben – das ist die häufigste Fehlerquelle
- Markiersaat: Ein paar Radieschen in die Reihe säen – sie keimen in Tagen und zeigen die Reihe, bevor die Möhren da sind
Pflege
- Vereinzeln: Auf 3–5 cm Abstand, sonst bleiben die Wurzeln dünn
- Möhrenfliege abwehren: Die Larven fressen Gänge in die Wurzeln. Bester Schutz: Kulturschutznetz ab der Keimung und beim Vereinzeln möglichst wenig Laub verletzen (der Duft lockt die Fliege). Mischkultur mit Zwiebeln hilft zusätzlich
- Gießen: Gleichmäßig – nach Trockenphasen platzen die Wurzeln bei plötzlichem Regen
Ernte & Lagerung
- Frühmöhren: Ab Juni büschelweise ziehen, sobald sie Fingerdicke haben
- Lagermöhren: Vor den ersten starken Frösten ernten, Laub abdrehen (nicht schneiden)
- Lagerung: In Kisten mit feuchtem Sand geschichtet halten sie im kühlen Keller bis zum Frühjahr
Verwerten
Möhren sind Küchen-Allrounder: roh, geschmort, als Suppe oder fermentiert. Und wenn die Ernte groß ausfällt, wandern sie ins Süße – etwa in Karottenkuchen im Glas. Der gehört allerdings nicht in den Vorratsschrank: Kuchen im Glas ist feucht, säurearm und luftdicht verschlossen – genau die Umgebung, in der Clostridium botulinum gedeiht. Das Backen bringt den Glasinhalt nie auf die nötigen 121 °C. Also nach dem Abkühlen in den Kühlschrank und innerhalb einer Woche aufessen. Details: „Sicher einkochen: Botulismus vermeiden"