Kartoffeln anbauen, ernten & lagern
Kartoffeln anbauen, ernten & lagern
Kaum eine Kultur liefert so viel Ertrag pro Quadratmeter wie die Kartoffel – und kaum eine lässt sich so lange lagern. Für Selbstversorger ist sie deshalb die Basis des Wintervorrats.
Pflanzung
- Zeitpunkt: Ab Mitte April, wenn der Boden ca. 8 °C erreicht (Faustregel: wenn der Löwenzahn blüht)
- Vorkeimen lohnt sich: Pflanzkartoffeln 4–6 Wochen vorher hell bei 10–15 °C auslegen – das bringt bis zu 2 Wochen Erntevorsprung
- Abstand: 30–35 cm in der Reihe, 60–70 cm zwischen den Reihen, 10 cm tief
- Boden: Locker, humos, keine frische Mistdüngung (fördert Schorf)
Pflege
- Anhäufeln: Sobald das Kraut 20 cm hoch ist, Erde bis zur Hälfte anhäufeln – mehrmals wiederholen. Das erhöht den Ertrag und verhindert grüne Knollen
- Gießen: Nur bei anhaltender Trockenheit, vor allem während der Blüte (dann bilden sich die Knollen)
- Kartoffelkäfer: Regelmäßig absammeln, auch die orangen Eigelege auf den Blattunterseiten
Ernte
- Frühkartoffeln: Ab Juni, sobald das Kraut abblüht – direkt verbrauchen, nicht lagerfähig
- Lagerkartoffeln: Erst wenn das Kraut komplett abgestorben ist (September/Oktober). Dann ist die Schale fest
- Trick: Nach dem Ausgraben 2–3 Stunden auf dem Beet abtrocknen lassen, aber nicht länger – Licht macht die Knollen grün
Richtig lagern
- Dunkel, kühl, luftig: Im Haushalt laut BZfE ideal bei 7–10 °C, in Holzkisten oder Jutesäcken – nie in Folie, darin bilden sich leicht Feuchtigkeit und Schimmel (BZfE)
- Nicht waschen: Anhaftende Erde schützt vor Austrocknung
- Regelmäßig durchsehen: Faule Knollen sofort entfernen, Keime abbrechen
- Nicht neben Äpfeln lagern: Deren Reifegas lässt Kartoffeln schneller keimen
Wer keinen Keller hat, kann Kartoffeln auch einkochen – aber nicht einfach nebenbei: Kartoffeln sind säurearm, und im Wasserbad überleben die Sporen von Clostridium botulinum jede Kochdauer. Sicher wird das Glas nur im Druckeinkocher (121 °C). Ohne einen solchen empfiehlt das BfR, im Abstand von 1–2 Tagen zweimal auf 100 °C zu erhitzen – das senkt das Risiko, beseitigt es aber nicht. Und in jedem Fall: vor dem Verzehr vollständig aufkochen. Details: „Sicher einkochen: Botulismus vermeiden"
Grüne Stellen immer großzügig wegschneiden (Solanin!), stark ergrünte Knollen ganz aussortieren.
Quellen
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Fragen und Antworten zu Solanin (Glykoalkaloiden) in Kartoffeln, Stand 23.04.2018, abgerufen am 05.10.2026
- Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Kartoffeln: Vom Einkauf in die Küche, abgerufen am 05.10.2026
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Selten, aber vermeidbar: Fragen und Antworten zum Botulismus, Stand 12.11.2025, abgerufen am 05.10.2026
Die Quellen belegen einzelne Angaben dieses Artikels. Die genannten Stellen haben den Artikel weder geprüft noch empfohlen.