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Kartoffeln anbauen, ernten & lagern

3 Min. Lesezeit · Saison: Herbst · 30. Juli 2026

Kartoffeln anbauen, ernten & lagern

Kartoffeln anbauen, ernten & lagern

Kaum eine Kultur liefert so viel Ertrag pro Quadratmeter wie die Kartoffel – und kaum eine lässt sich so lange lagern. Für Selbstversorger ist sie deshalb die Basis des Wintervorrats.

Pflanzung

  • Zeitpunkt: Ab Mitte April, wenn der Boden ca. 8 °C erreicht (Faustregel: wenn der Löwenzahn blüht)
  • Vorkeimen lohnt sich: Pflanzkartoffeln 4–6 Wochen vorher hell bei 10–15 °C auslegen – das bringt bis zu 2 Wochen Erntevorsprung
  • Abstand: 30–35 cm in der Reihe, 60–70 cm zwischen den Reihen, 10 cm tief
  • Boden: Locker, humos, keine frische Mistdüngung (fördert Schorf)

Pflege

  • Anhäufeln: Sobald das Kraut 20 cm hoch ist, Erde bis zur Hälfte anhäufeln – mehrmals wiederholen. Das erhöht den Ertrag und verhindert grüne Knollen
  • Gießen: Nur bei anhaltender Trockenheit, vor allem während der Blüte (dann bilden sich die Knollen)
  • Kartoffelkäfer: Regelmäßig absammeln, auch die orangen Eigelege auf den Blattunterseiten

Ernte

  • Frühkartoffeln: Ab Juni, sobald das Kraut abblüht – direkt verbrauchen, nicht lagerfähig
  • Lagerkartoffeln: Erst wenn das Kraut komplett abgestorben ist (September/Oktober). Dann ist die Schale fest
  • Trick: Nach dem Ausgraben 2–3 Stunden auf dem Beet abtrocknen lassen, aber nicht länger – Licht macht die Knollen grün

Richtig lagern

  • Dunkel, kühl, luftig: Im Haushalt laut BZfE ideal bei 7–10 °C, in Holzkisten oder Jutesäcken – nie in Folie, darin bilden sich leicht Feuchtigkeit und Schimmel (BZfE)
  • Nicht waschen: Anhaftende Erde schützt vor Austrocknung
  • Regelmäßig durchsehen: Faule Knollen sofort entfernen, Keime abbrechen
  • Nicht neben Äpfeln lagern: Deren Reifegas lässt Kartoffeln schneller keimen

Wer keinen Keller hat, kann Kartoffeln auch einkochen – aber nicht einfach nebenbei: Kartoffeln sind säurearm, und im Wasserbad überleben die Sporen von Clostridium botulinum jede Kochdauer. Sicher wird das Glas nur im Druckeinkocher (121 °C). Ohne einen solchen empfiehlt das BfR, im Abstand von 1–2 Tagen zweimal auf 100 °C zu erhitzen – das senkt das Risiko, beseitigt es aber nicht. Und in jedem Fall: vor dem Verzehr vollständig aufkochen. Details: „Sicher einkochen: Botulismus vermeiden"

Grüne Stellen immer großzügig wegschneiden (Solanin!), stark ergrünte Knollen ganz aussortieren.

Quellen

Die Quellen belegen einzelne Angaben dieses Artikels. Die genannten Stellen haben den Artikel weder geprüft noch empfohlen.

Dieser Artikel stammt aus der Ernterei-App. Dem Tagebuch für alle, die selber machen: Garten, Ernte, Vorrat, Rezepte und über 140 Wissensartikel – kostenlos für iPhone und Android.