Brassen & Wels: Friedfisch-Klassiker und der Riese im Fluss
Brassen & Wels: Friedfisch-Klassiker und der Riese im Fluss
Kaum ein Gewässer ohne Brassen – und immer öfter zieht unter ihnen ein echter Riese seine Bahnen: der Wels. Zwei sehr unterschiedliche Fische, die sich hervorragend ergänzen: Die eine liefert verlässliche Angeltage, der andere das Abenteuer.
Die Brasse (Brachse, Blei)
- Erkennen: Hochrückiger, seitlich stark abgeflachter Körper, dunkle Flossen, leicht unterständiges Maul; die ähnlich aussehende Güster hat rötliche Brust- und Bauchflossen und größere Augen – im Zweifel mehrere Merkmale zusammen prüfen, denn die Schonbestimmungen können sich unterscheiden. Ältere Brassen wirken fast „buckelig"
- Wo sie steht: Ruhige, tiefere Bereiche in Flüssen und Seen, gern über weichem Grund, in dem sie gründelnd nach Nahrung wühlt (die Blasenteppiche verraten sie)
- Fangzeit: Mai bis September, am besten früh morgens und abends
- Methode: Klassisches Grund- oder Feederangeln mit Futterplatz; Maden, Würmer und Mais sind die Standardköder
- Geduldsfaktor: Ein gut angefütterter Platz liefert oft Fisch um Fisch – ideal auch für Einsteiger und Kinder
In der Küche hat die Brasse einen schlechteren Ruf als verdient: Viele Gräten, aber festes, helles Fleisch. Heiß geräuchert oder als Frikadellen (durch den Wolf, Gräten inklusive) überzeugt sie auch Skeptiker.
Der Wels (Waller)
- Erkennen: Sehr markant – breiter Kopf, sechs Barteln, schuppenlose Haut. Mit über zwei Metern der größte Süßwasserfisch Europas. Kleine Exemplare kann man mit den eingewanderten Zwergwelsen verwechseln: Die bleiben klein und tragen acht Barteln – für sie gelten je nach Bundesland eigene Bestimmungen
- Wo er steht: Tiefe Gumpen, Krautkanten, versunkene Bäume; tagsüber träge, nachts aktiv auf Raubzug
- Fangzeit: Warme Monate, besonders schwüle Sommernächte vor Gewittern
- Methode: Kräftiges Gerät ist Pflicht (Wallerrute, 50er-Geflecht aufwärts) – Tauwurmbündel, Köderfisch oder Pellets am Grund oder an der Boje
- Respekt vor dem Drill: Ein Meterfisch ist keine Seltenheit; Abhakmatte und ein zweiter Mann fürs Landen gehören dazu
In der Küche ist der Wels ein Geheimtipp: grätenfrei filetierbar, festes weißes Fleisch – perfekt zum Räuchern, Grillen oder als „Fish & Chips". Bei sehr großen Exemplaren lieber die mittleren Größen entnehmen (bessere Fleischqualität, alte Tiere reichern Schadstoffe an).
Fürs Tagebuch
Beide Arten lohnen die Dokumentation: Brassen-Futterplätze funktionieren oft über Jahre am selben Spot, und Wels-Fänge mit Wetter und Mondphase ergeben schnell ein Muster, wann „dein" Gewässer den Riesen liefert.