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Catch & Release: artgerecht fangen, wiegen & zurücksetzen

2 Min. Lesezeit · Saison: Ganzjährig · 9. Juni 2026

Catch & Release: artgerecht fangen, wiegen & zurücksetzen

Catch & Release – warum und wie

Nicht jeder Fisch, der anbeißt, wandert in die Pfanne: Manche sind untermaßig, manche haben Schonzeit, manche sind schlicht nicht verwertbar. Sie schonend zurückzusetzen ist erlaubt – und geboten. Catch & Release bedeutet dann: verantwortungsvoller Umgang, damit der Fisch die Begegnung überlebt.

Die Rechtslage in Deutschland: Gezielt zu angeln, nur um jeden Fang wieder zurückzusetzen, ist ohne Verwertungsabsicht nach dem Tierschutzgesetz unzulässig – in Bayern ausdrücklich verboten. Für den Fang braucht es einen vernünftigen Grund. Zurücksetzen musst du dagegen, wenn der Fisch geschont, untermaßig oder nicht verwertbar ist – und genau dafür sind die folgenden Techniken da.

Warum C&R sinnvoll ist

  • Große Fische sind die produktivsten Laicher – ein 60-cm-Hecht produziert 10x mehr Eier als ein 40-cm-Hecht
  • Erhalt der Naturpopulation, besonders in überfischten Gewässern
  • Schonzeiten und Mindestmaße wirken nur, wenn die zurückgesetzten Fische die Begegnung auch überstehen

Die richtige Ausrüstung

Kescher: Grobmaschiges, knotenfreies Netz – feine Maschen und Knoten beschädigen die Schleimhaut. Gumminetze sind ideal.

Hakenzange / Gripzange: Zum sicheren Entfernen des Hakens ohne die Finger zu gefährden (besonders bei Hecht!)

Drillingsblei / Einzelhaken: Einzelhaken sind leichter zu entfernen als Drilling. Bei reinem C&R: Widerhaken plattdrücken oder barbless hooks verwenden.

Wiegesack / Wiegematte: Weiche Unterlage zum Ablegen des Fisches beim Wiegen und Fotografieren – schützt Bauch und Schleimhaut.

Schritt für Schritt: Fisch zurücksetzen

  1. Drill so kurz wie möglich halten – erschöpfte Fische erholen sich schlechter
  2. Im Wasser auskeschern – nie auf Steg oder Ufer werfen lassen
  3. Nass gewordene Hände vor dem Anfassen – trockene Hände beschädigen Schleimhaut
  4. Haken entfernen: mit Zange, senkrecht herausdrehen – nie reißen
  5. Messen & Wiegen: kurz, auf Wiegematte oder im Wasser
  6. Fotografieren: Fisch nah am Wasser halten, kurzes Herausheben – max. 30 Sekunden
  7. Zurücksetzen: Fisch kopfüber ins Wasser halten bis er selbst wegschwimmt – nie einfach werfen

Zeichen der Erschöpfung

Ein gut erholter Fisch schwimmt aktiv weg. Wenn er seitlich liegt oder träge reagiert:

  • Im Wasser halten, sanft vor und zurück bewegen (Wasser durch die Kiemen)
  • In ruhigere Stelle bringen
  • Geduld haben – manchmal dauert die Erholung 5–10 Minuten

Was C&R nicht ist

C&R bedeutet nicht stundenlangen Drill mit unterdimensionierter Ausrüstung. Auch nicht: Fisch 10 Minuten für Fotos aus dem Wasser halten. Verantwortungsvolles C&R bedeutet: schnell, schonend, respektvoll. Und es ist kein Freibrief, jeden Fisch grundsätzlich zurückzusetzen – siehe Rechtslage oben.

Dieser Artikel stammt aus der Ernterei-App. Dem Tagebuch für alle, die selber machen: Garten, Ernte, Vorrat, Rezepte und über 140 Wissensartikel – kostenlos für iPhone und Android.