Bienenvölker winterfest machen
Bienenvölker winterfest machen
Im Herbst entscheidet sich, ob deine Völker gesund durch den Winter kommen. Wer die richtigen Maßnahmen zur rechten Zeit trifft, senkt die Winterverluste deutlich – ganz ausschließen lassen sie sich nie – und geht stark in die neue Saison.
Der richtige Zeitpunkt
Wintervorbereitung beginnt nach der letzten Ernte – meist Ende Juli bis Mitte August. Ab dann bleibt der Honig im Volk. Die Bienen beginnen, Winterbienen aufzuziehen: langlebige Tiere mit besonderen Fettkörpern, die bis zu 6 Monate leben können.
Varroabehandlung im Spätsommer und Winter
Der wichtigste Schritt: Nach der letzten Ernte muss eine wirksame Varroabehandlung stattfinden. Ohne wirksame Behandlung überleben zu viele Milben und schädigen die frisch aufgezogenen Winterbienen.
Bewährte Methoden:
- Oxalsäure-Träufeln nach Brutfreiheit im Dezember/Januar (am wirksamsten)
- Oxalsäure-Verdampfen ebenfalls erst im brutfreien Volk – unter verdeckelter Brut erreicht Oxalsäure die Milben nicht; nur mit dafür zugelassenen Präparaten
- Ameisensäure im August nach der letzten Honigernte – laut Bieneninstitut Celle bei 15–25 °C, bei über 25 °C nur abends; Schutzhandschuhe tragen, Dämpfe nicht einatmen (BVL)
Einfütterung
Ein Volk braucht ca. 15–20 kg Futter für den Winter. Wenn Honig entnommen wurde, muss das Futter ersetzt werden.
- Zuckerwasser 2:1 (2 kg Zucker auf 1 L Wasser) in großen Futtertrögen
- Bis Mitte September abschließen – Bienen müssen Zeit haben, das Wasser zu verdunsten
- Futtermenge kontrollieren, ggf. nachlegen
Mäusegitter & Einwintern
Mäusegitter mit 8 mm Maschenweite vor dem Flugloch schützt das Volk – Bienen passen problemlos durch, Mäuse nicht.
Fluglochgröße im Winter auf 5 cm reduzieren. Weniger Zugluft, weniger Räuberei.
Volksstärke prüfen: Mindestens 5–6 besetzte Waben. Schwache Völker überleben den Winter schlecht. Zwei schwache Völker vereinigen ist besser als beide verlieren.
Belüftung statt Wärme
Feuchte Luft ist gefährlicher als Kälte. Gitterböden (offen oder leicht gedrosselt) helfen. Keine Folie über die Zargen legen – Kondensation fördert Schimmel und Nosema.
Winterruhe respektieren
Solange Temperaturen unter 10 °C liegen, nicht öffnen. Die Wintertraube fliegt auseinander und kann sich nicht mehr ordentlich wärmen. Nur im absoluten Notfall (Hungergefahr) kurz eingreifen – Futterpaste oder Canditeig direkt auflegen.
Tipp: Klopf im Winter leicht ans Beutchen. Ein tiefes, ruhiges Summen bedeutet: alles gut. Stille oder hektisches Rauschen können auf Probleme hinweisen.
Quellen
- LAVES – Institut für Bienenkunde Celle: Varroa-Sommerbehandlung (Bieneninstitut Celle informiert Nr. 62), Stand 07/2013, abgerufen am 05.10.2026
- Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL): Standardzulassung Ameisensäure 60 % ad us. vet. (2469.99.99), abgerufen am 05.10.2026
- Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Institut für Bienenkunde: Träufelbehandlung mit Oxalsäure, abgerufen am 05.10.2026
Die Quellen belegen einzelne Angaben dieses Artikels. Die genannten Stellen haben den Artikel weder geprüft noch empfohlen.